Juden - Regulierungen und Reglementierung

Jüdisches Leben war im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit von Verfolgung und Vertreibung, aber auch von regionaler Duldung geprägt. Allerdings geschah Duldung stets auf der Basis von Privilegien, die erteilt und wieder zurückgenommen werden konnten, so dass die Ansiedlung von der Gnade des Herrschers abhing. Bis zum 16. Jahrhundert wurden Juden aus vielen Territorien des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation vertrieben und Gemeinden bestanden nur noch in einigen Städten, etwa in Wien, Frankfurt/Main, Worms oder Prag. Seit 1551 mussten Juden in den habsburgischen Erblanden ein Zeichen tragen, einen gelben Stoffring. Diese Anordnung dürfte jedoch nicht sehr umfassend und vermutlich auch nicht allzu lange durchgesetzt worden sein. Trotz dieser Restriktionen sorgten die jüdische Steuerkraft und ihre Möglichkeiten Kredite zu gewähren dafür, dass Juden in der Frühen Neuzeit regional immer wieder geduldet und besonders an den Höfen zu wichtigen Geldgebern wurden.

Jüdisches Leben war nicht nur von der Ansiedlung her reglementiert, sondern auch in ihrer Mobilität unterlagen Juden zusätzlichen Beschränkungen. So hatten Juden an Zollstationen sowohl eine Maut als auch eine Kopfsteuer zu zahlen. Mit der 1495 festgelegten Reichssteuer und dem Gemeinen Pfennig, den Juden wie Christen entrichten mussten, entsprach der gesamte Steuersatz von Juden dem eines reichen Christen. Auch der Zugang von Juden zu Gewerben und Professionen war reglementiert. Wirtschaftliche Zweige, in denen Juden seit dem Mittelalter tätig sein durften, waren vor allem der Handel, das Kreditwesen und die Pacht von Mautstationen.

„Denn ich schäme mich nicht für die gute Botschaft von Christus. Diese Botschaft ist die Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt - die Juden zuerst, aber auch alle anderen Menschen.“

Die Bibel Römerbrief 1, 16